Die Geschichte der Singgemeinschaft Karlsfeld begann in geselliger Runde im Fasching 1967 mit dem Lied „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, geschmettert zu feuchtfröhlicher Stunde im Pfarrheim St. Josef.

Mit dabei waren der damalige erste Bügermeister, Bruno Danzer, der damalige Gemeinderat und Kulturreferent, Nikolaus Kathrein und Dr. Klaus Haller, der langjährige Chorleiter des Kirchenchores der Pfarrei St. Josef. Man war einstimmig der Meinung, aus dieser sangesfreudigen Runde müsste sich etwas machen lassen. Und so kamen im Herbst 1967 von Nikolaus Kathrein die ersten Anregungen zur Gründung eines Karlsfelder Chores in Koexistenz zu den bestehenden Kirchenchören.

Im Februar 1968 wurden Freunde des Chorgesanges zu einer ersten Probe eingeladen. 17 Sängerinnen und Sänger trafen sich am 7. März 1968. Die Leitung dieses Chors, der den Namen „Singgemeinschaft“ bekam, übernahm Dr. Klaus Haller. Traudl Korn ist noch das einzige Gründungsmitglied der Singgemeinschaft Karlsfeld. Sie sang noch bis 2017 fleißig im Chor mit.

Der erste öffentliche Auftritt der Singgemeinschaft erfolgte bereits im September 1968.

Im Februar 1971 übernahm Gerda Baumgartner die Leitung der Singgemeinschaft. Ihrem Engagement war der Beitritt des Chors zum Isar-Ilm-Sängerkreis und zum Bayerischen und Deutschen Sängerbund zu verdanken. Nach der Gebietsreform des Bayerischen Sängerbundes gehört die Singgemeinschaft Karlsfeld heute, als einer von 14 Kreischören, zum Sängerkreis Dachauer Land.

Am 23. Juli 1973 führte die Singgemeinschaft im Pfarrsaal St. Anna ihre erste eigene Veranstaltung durch, einen Sängerwettbewerb mit auswärtigen Chören.

Der Chor wirkte auch bei regelmäßigen Konzerten des Musikvereins mit, die im Frühjahr, Muttertag, Herbst und Weihnachten stattfanden.

Ein besonderes Ereignis für die Singgemeinschaft war eine Schallplattenaufnahme mit allen Gruppen des Musikvereins im Jahr 1980. Im Dezember desselben Jahres wirkte die Singgemeinschaft bei der Einweihung des Bürgerhauses mit und bezog kurz darauf ihren neuen Probenraum. So hat der Chor bis heute eine Bleibe im Bürgerhaus gefunden.

Mit Beginn des Jahres 1982 übernahm Elfriede Roth die Leitung der Singgemeinschaft als Dirigentin, die neben ihrem Chorleiter-Diplom auch die staatliche Anerkennung als Chorleiterin besitzt.

Am 7. April 1984 trat der Chor zum zweiten Mal mit einer eigenen Veranstaltung an die Öffentlichkeit, mit „Bayerische Musi und Liadl“ , dem Vorläufer unseres bis heute stattfindenden Hoagarten, „Boarisch gspuit und g’sunga“. Organisiert wurde diese Veranstaltung von Elfriede Roth und Roland Funk. Frau Roth und Herr Funk konnten auch verschiedene mitwirkende Volksmusikgruppen gewinnen, wie z.B. die Brüder Rehm, die Feldmochinger Sängerinnen, die Alztaler Klarinettenmusi und viele andere mehr. Diese Musik fand bei vielen Karlsfelder Bürgerinnen und Bürgern großen Anklang und brachte der Singgemeinschaft ein vollbesetztes Haus.

Durch den Abend führte 10 Jahre lang der Turmschreiber Dr. Leopold Kammerer. Seine Gedichte brachten die Zuhörer zum Nachdenken, Schmunzeln und Lachen.

Danach übernahm Wolfgang Schneider die Organisation des Hoagarten mit den verschiedenen musikalischen Darbietungen und schlug mit seinen Geschichten heitere und besinnliche Töne an.

Seit nunmehr 10 Jahren organisiert und moderiert Sigi Bradl unseren Hoagarten „Boarisch g’spuit und g’sunga“, der seit nunmehr 35 Jahren regelmäßig am 2. Samstag vor Ostern stattfindet

Ein weiterer fester Termin im Jahreskreis ist für die Singgemeinschaft das Adventskonzert, das alljährlich am 2. Adventssonntag in der Korneliuskirche stattfindet. Dieses Konzert stimmt die Zuhörer sowohl mit adventlichen und weihnachtlichen Liedern als auch mit Instrumentalstücken auf Weihnachten ein.

Von allen Chorleitern und Chorleiterinnen, die die Singgemeinschaft nachhaltig geprägt haben, ist hier vor allem Frau Elfriede Roth zu nennen, die den Chor nicht nur von 1984 bis 1992 leitete, sondern auch im Jahr 2014, als Not an der Frau war, wieder als Dirigentin einsprang und das Adventskonzert und auch der Hoagarten 2015 nicht abgesagt werden mussten.

Seit 2015 steht die Singgemeinschaft nun unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Kraemer. Herr Kraemer ist studierter Pianist und Diplom-Musiklehrer. Er bereichert mit neuen Liedern und Stücken das Repertoire des Chors. Er übernahm im September 2015 auch die musikalische Leitung der Musikschule Karlsfeld und wurde im Mai 2018 auch zum ersten Vorsitzenden des Musikvereins gewählt.

Die Lieder, die wir gut und auch gerne singen, kommen aus dem alpenländischen Raum, aus dem deutschen Volksliedschatz, aus dem europäischen Raum, zum Teil in original Sprache, bis hin zu einigen sog. „Oldies“.

Bei der Signgemeinschaft wird natürlich nicht nur gesungen. Geselligkeit hat selbstverständlich auch ihren festen Platz, das sind wir schließlich den eingangs erwähnten „Gründervätern“ schuldig. Singen, Geselligkeit und gute Kameradschaft sind es wohl, die den Chor seit über 50 Jahren zusammenhalten:

As Essen und as Trinka
halt Leib und Seel’ uns ‘zamm!
Und duad ma nebenbei mintnand singa,
werd aa no ‘sHerz oam warm!